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Naturschutzzentrum im Kreis Kleve e.V.
Walter Ahrendt
Tel.: +49 2851 963335
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Kopfbäume am Niederrhein

Kopfweiden in der HetterKopfweiden sind ein traditionelles Element vieler Kulturlandschaften. In der Hetter am Niederrhein findet man sie auch heute noch.

Weidenruten wurden schon in der Bronzezeit zum Binden und Flechten verwendet und bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts hatten Kopfbäume Bedeutung für Selbstversorgung und Nebenerwerb im bäuerlichen Betrieb.

Sie lieferten Rohmaterial für die Korbflechterei und den Fachwerkbau, für Gerätestiele, Fassreifen und Holzschuhe. Alles übrige Holz von den Kopfbäumen diente als Brennholz in Haus und Futterküche.

Kauz in einer KopfweideDie wirtschaftliche Bedeutung haben Kopfbäume in Mitteleuropa weitgehend eingebüßt. Geblieben ist ihr ökologischer und ihr landschaftsästhetischer Wert.

Alte Kopfweiden bieten nicht nur dem Steinkauz geeignete Höhlen als Brutplatz und Tagesversteck. Auch Gartenrotschwanz, Grauschnäpper, Feldsperling, Meisen und andere Vogelarten nutzen die Asthöhlen und Nischen in den knorrigen Bäumen. Zahllose Käfer, Schmetterlinge, Wildbienen und ihre Larvenstadien leben im morschen Holz, im Mulmhumus, in Ritzen und an den Ästen oder fressen an den Blättern und Blütenkätzchen.

Kopfweidenreiehen im WinterSo sind Kopfbäume vielfältig besiedelte Kleinlebensräume in der Agrarlandschaft. Mit zunehmendem Alter werden sie immer wertvoller als Zufluchtstätten und Trittsteinbiotope. Allerdings sind regelmäßige Pflegeschnitte im Abstand von 5-8 Jahren erforderlich, um die Vitalität und Standfestigkeit von Kopfbäumen zu erhalten.

Noch heute prägen Kopfweiden entscheidend das Bild der "Hetter", einem Landstrich am Niederrhein. Die zwischen Emmerich und Rees gelegene Landschaft ist mit ihren Feuchtwiesen und Kopfweiden Teil eines Naturschutzgebietes internationaler Bedeutung. Die Pflege der Kopfbäume erfolgt durch das Naturschutzzentrum Kleve in ehrenamtlicher Arbeit.