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Arbeitskreis Historischer Hauberg Fellinghausen
Wofgang Braukmann
Weidenfohr 15
57223 Kreuztal
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Historischer Hauberg Fellinghausen

Schanzen-ErnteDer 1991 eingerichtete "historische Hauberg" gewährt Einblick in die ökonomischen wie ökologischen Wirkungen die vormals komplexe Niederwaldnutzung im Siegerland.

Seit dem späten Mittelalter ist der Siegerländer Wald überwiegend als Hauberg bewirtschaftet worden. Dazu wurden der Eichen-Birken-Niederwald etwa alle 20 Jahre "auf den Stock gesetzt", d,h. die die Bäume wurden weit unten gekappt, so dass sie aus dem Wurzelstubben heraus neu austrieben. Dies erlaubte eine ausgeklügelte Nutzungsfolge mit Holz- bzw. Holzkohlenutzung, Gerbrindengewinnung, landwirtschaftlichem Zwischenanbau, Waldweide und gelegentlicher Streunutzung.

LohlandschaftDie wertvollsten Produkte waren das Kohlholz zur Erzeugung von Holzkohle für die Eisenverhüttung, die Eichenrinde (Lohe) zum Gerben von Tierhäuten sowie die "Schanzen" (Reisigbündel) zum häuslichen Heizen. Haubergsflächen gehörten immer mehreren Eigentümern, den sogenannten Haubergsgenossen.

HolzkohlemeilerBis zum Ende des 19. Jahrhunderts war die Haubergswirtschaft eine höchst lukrative Waldwirtschaftsform, danach verlor sie wegen des billigeren Importes von Steinkohle und Gerbstoffen sowie durch Steigerung der landwirtschaftlichen Produktion zunehmend an Bedeutung. Ende der fünfziger Jahre kam sie völlig zum Erliegen.

Seitdem werden die ehemaligen Niederwald-Flächen in Laub- und Nadelhochwald mit Umtriebszeiten von meist über 100 Jahren umgewandelt. Von den ursprünglich rund 34.000 ha Niederwald im Siegerland sind (2002) rund 10.000 ha Stockausschlag-Wälder geblieben, die allerdings ausschließlich der Brennholz-Gewinnung dienen. Bei 6.500 ha der verbliebenen Niederwaldfläche ist der Umbau in Hochwald eingeleitet.

KornernteUm die ehemals so bedeutsame Haubergsnutzung wenigstens an einer Stelle des Siegerlandes demonstrieren zu können, wurde 1991 aufgrund eines "Schutzwald-Vertrages" zwischen der Landesforstverwaltung NRW und der Waldgenossenschaft Fellinghausen (im Stadtgebiet Kreuztal Kreis Siegen-Wittgenstein) der Historische Hauberg Fellinghausen auf einer Fläche von rund 25 ha eingerichtet.

Etwa 1500 bis 2000 Besucher jährlich – darunter sicher 2/3 Schüler und Studenten – nehmen seitdem Anteil an den Haubergsarbeiten im Jahreslauf. Sie erleben an einem integrierten Kohlenmeiler sowie der Nachbildung eines Eisenschmelzofens die Ursachen der Entstehung des Haubergswaldes aus Buchen-Hochwald. Ein Flugblatt des Forstamtes Siegen zum Hauberg kann hier geladen werden (PDF, 501,2 kb).