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Niederwald Bladersbach

Niederwald BladersbachDie Waldnachbarschaft Bladersbach nutzt das Waldgebiet Nutscheid noch als Niederwald – und erhält damit eine im Bergischen Land inzwischen einzigartige Landschaftsform.

Südlich der Ortschaft Bladersbach bei Waldbröl liegt das Waldgebiet Nutscheid im Naturschutzgebiet Galgenberg. Hier findet sich noch ein großflächiger Birken-Eichen-Niederwald, der von der Eigentümergemeinschaft gepflegt wird.

Niederwaldnutzung war eine früher in vielen Regionen weit verbreitete Form der Forstbewirtschaftung. Sie basiert auf der Nutzung von Baumarten, die zu Stockausschlägen fähig sind. Dies bedeutet, dass die Bäume weit unten gekappt werden können und danach aus dem Wurzelstock neu austreiben.

Niederwald BladersbachBeispiele solcher Baumarten sind Eiche und Hainbuche sowie auch besonders lichthungrige Baumarten wie Vogelbeere, Mehlbeere, Elsbeere, Speierling, Vogelkirsche, Birke, Esche oder Zitterpappel.

Die alt hergebrachte, regionaltypische Waldbewirtschaftung des Niederwaldes zeichnete sich durch eine plantagenartige Nutzung aus: etwa alle 15 bis 30 Jahre wurde das gesamte Holz großflächig abgeerntet. Statt neue Bäme anzupflanzen wurde anschließend schicht abgewartet, bis die Vegetation sich aus Stock- oder Wurzelausschlägen regenerierte.

Niederwald BladersbachDas so gewonnene Holz diente vorwiegend als Brennholz oder wurde verkohlt. Eichenrinde lieferte zudem die für die Gerbereien wertvolle Lohrinde. Solange die nachwachsenden Bäme noch klein waren, wurde das Land auch ackerbaulich genutzt. Eine regionale Form der Niederwaldnutzung ist der siegerländische Hauberg.

Durch diese intensive Nutzung entstanden ganz besondere Biotope und so bietet der noch erhaltene Niederwald bei Waldbröl Lebensraum für andernorts mittlerweile selten gewordene Tier- und Pflanzengesellschaften.

Niederwald BladersbachIn enger Kooperation mit dem Forstamt Waldbröl konnte bei Waldbröl durch das Engagement der Waldnachbarschaft Bladersbach in Zusammenarbeit mit der Biologische Station Oberberg die Pflege des Niederwaldgebietes gesichert und damit ein Erhalt diese historischen Waldnutzungsform und ihrer typische Vegetation erreicht werden.

Die als Naturschutzgebiet ausgewiesenen Flächen – es handelt sich hier um den einzigen ausgewiesenen Schutzwald im Rheinland – können auf öffentlichen Straßen und Wegen betreten werden. Hinweisschilder und Infotafeln machen auf den Schutzcharakter aufmerksam und geben Erläuterungen zur Tier- und Pflanzenwelt. Parkplätze in begrenzter Zahl sind entlang der durch das Waldgebiet führenden Nutscheidstraße verfügbar. Für Gruppen werden zudem nach Absprache mit dem Forstamt Waldbröl auch geführte Wanderungen angeboten.