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Land-Art-Projekt Kreis-Wald
Nördlich der L96 etwa auf halbem Weg zwischen Sinnersdorf und Stommeln im Waldstück zwischen L93, Nettegasse und Hahnenstraße
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Waldkunstprojekt "Kreis-Wald"

Kunstprojekt 'Kreis-Wald' in 1997Die Kohle hat den Wald gefressen. Nun soll privates Geld helfen, dass im Erftkreis wieder Wald wächst. Symbol für beides ist ein Kunstwerk, der "Kreis Wald", den die Künstler Holger Hagedorn und Winfried Lucassen bei Stommeln schufen.

Das 1995 - 1998 realisierte Land-Art-Projekt erinnert an eine archaische Kultstätte. Zwölf mächtige Pappelstämme ragen fünf Meter über den Erdboden und umrunden einen einzelnen Ginko-Baum. Dieser Großvater-Enkel-Baum, wie der Ginko seines langsamen Wachstums und der späten Samenproduktion wegen auch genannt wird, steht innerhalb eines flachen Erdtrichters, der zur Einweihungsfeier als vertiefte Feuerstelle diente.

Kunstprojekt 'Kreis-Wald' in 1997Das Land-Art-Projekt ist mit Weißdornsträuchern umpflanzt und von einer ringförmig angelegten Eichenanpflanzung umgeben. Es liegt innerhalb einer sechs Hektar großen Mischwald- Aufforstungsfläche und ist Teil einer Gemeinschaftsaktion, die der Erftkreis, das Forstamt Bonn und Radio Erft Anfang Mai 1995 starteten.

Unter dem Motto "Lass Bäume in den Himmel wachsen" wurde um Spenden und Baumpatenschaften geworben, konnten einzelne Unternehmen und verschiedene Städte (Erftstadt, Wesseling, Brühl, Kerpen) bewogen werden, geeignete Flächen für Aufforstung zur Verfügung zu stellen.

Die Reste des Kunstprojektes 'Kreis-Wald' heuteHintergrund der Aktion: der Erftkreis ist mit 11% Waldanteil eines der waldärmsten Gebiete Deutschlands und liegt auch weit unter dem Landesdurchschnitt NRW. Mit der Erweiterung des Braunkohletagebaus Hambach werden noch einmal ca.1300 Hektar der Bürgewälder wegfallen und der Waldanteil sich auf ca. 8% verringern. Waldvermehrung ist daher die wichtigste Aufgabe für Forstwirtschaft und Klimapolitik.

Zehn Jahre später ist an der Stelle des ehemaligen Kunstprojektes nun bereits ein kleines Wäldchen entstanden: Zwar sind die Eichen noch niedrig, doch zusammen mit diversen anderen Wildpflanzen hat sich ein fast undurchdringliches Gehölz gebildet, das trotz der nahen Straßen abgeschieden wirkt.

Die Reste des Kunstprojektes 'Kreis-Wald' heute'Von den einst so mächtigen Pappelstämmen ragen nur noch Stümpfe aus dem Boden. Die abgebrochenen Stämme liegen - wie vergessene Relikte - halbzerfallen im Unterholz:

Die Kohle hat den Wald gefressen.

Dann kam die Kunst.

Und am Ende nun hat der wiedergewonnene Wald die Kunst gefressen.